Senat rät von Risikoland-Urlaubsreisen in den Herbstferien ab – diese Regelungen gelten für Reisende und Rückkehrer

  1. Oktober 2020

Senat rät von Risikoland-Urlaubsreisen in den Herbstferien ab – diese Regelungen gelten für Reisende und Rückkehrer

 Es gilt folgende Regelung für Rückkehrer aus Risikogebieten: Es besteht eine Pflicht, sich unmittelbar in Quarantäne zu begeben, sowie zur Vorlage eines Corona-Tests. Anerkannt werden nur PCR-Tests in deutscher oder englischer Sprache, die unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt und ausgewertet wurden. Informationen zu Tests gibt es unter www.hamburg.de/faq-corona/.

Bis ein negatives Testergebnis nachgewiesen werden kann, müssen die betreffenden Personen in häuslicher Quarantäne verbleiben. Die Regelungen dazu sind in Teil 8 der Hamburgischen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung getroffen und online abrufbar unter www.hamburg.de/verordnung. Wichtig ist auch: Für besonders schützenswerte Einrichtungen gelten strenge Betretungsverbote. Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, darf für 14 Tage bspw. Wohn- oder Kurzzeitpflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder im ambulanten Pflegedienst nicht betreten, wenn kein negativer Test vorliegt.

 

Meldepflicht für Rückkehrer – neu: digitales Meldeformular

Wer aus einem Risikoland zurückkehrt, muss sich darüber hinaus beim Gesundheitsamt melden. Was aktuell als Risikogebiet zählt, veröffentlicht das Robert-Koch-Institut online. Entscheidend ist die Lage zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland. Die Meldung müssen alle Hamburgerinnen und Hamburger vornehmen – unabhängig von der Art der Einreise, per Flugzeug, Bahn oder Auto. Sie kann künftig digital erfolgen, auch per Mobilgerät: https://serviceportal.hamburg.de/HamburgGateway/Service/Entry/AFM_MERG. Dieser Weg wird von den Behörden empfohlen; über diesen Online-Dienst kann auch ein bereits vorliegendes, negatives Testergebnis hochgeladen oder abfotografiert und auf diese Weise an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt werden.

 

Senatorin Dr. Melanie Leonhard: „Wir würden alle gern dem Corona-Alltag wenigstens zeitweise entkommen. So ärgerlich es ist: Auf Auslandsreisen sollten Hamburgerinnen und Hamburger in diesen Herbstferien dennoch möglichst verzichten. Insbesondere von Reisen in Risikogebiete raten wir dringend ab. Wer dennoch reist, muss mehrere Dinge beachten: Um die Übertragung etwaiger Ansteckungen zu vermeiden, müssen sich alle Rückkehrer aus Risikogebieten bei uns melden – möglichst direkt online. Und: Es kann sein, dass zum Zeitpunkt der Rückkehr andere Regelungen als bei der Abreise gelten. Wer unterwegs ist, muss sich daher kontinuierlich informieren.“

 

Der Bund plant gegenwärtig eine Änderung der Testregelung. Danach muss künftig eine bis zu 14-tägige Quarantäne nach Einreise eingeplant werden. Die Beendigung wäre dann weiterhin erst durch ein negatives Testergebnis möglich, wobei der Test frühestens fünf Tage nach Rückkehr gemacht werden kann. Daher sollten Reisende sich bereits bei Reiseantritt innerhalb dieser Herbstferien darauf einstellen, dass nach Rückkehr eine mindestens einwöchige Quarantäne verpflichtend sein könnte. Diese Zeitspanne muss bei der Planung bereits berücksichtigt werden, insbesondere für Personen, die auf die Hamburger Schulferien angewiesen sind, aber auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hinsichtlich ihrer Urlaubsplanung mit dem Arbeitgeber.

 

Informationen für Bürgerinnen und Bürger

Alle wichtigen Informationen sind zentral, stets aktualisiert und verlässlich unter www.hamburg.de/corona zusammengestellt. Dort wird auch über geänderte Quarantäne-Regelungen informiert. Ab dem Beginn der Herbstferien ist die Corona-Hotline für Bürgerinnen und Bürger unter 040 42828 4000 neben den Werktagen auch wieder am Wochenende zu erreichen (samstags und sonntags durchgängig von 8 bis 17 Uhr).

UPDATE:

Herbstferien und Risikogebiete
Wie bereits nach den Sommerferien wollen wir auch im Herbst sicherstellen, dass rückkehrende Schülerinnen und Schüler aus Risikogebieten sich in die erforderliche Quarantäne (mindestens fünf Tage) begeben und das Schulgelände zum Schulbeginn nicht betreten, sofern kein negatives Corona-Testergebnis nach vorheriger fünftägiger Quarantäne vorgelegt werden kann. Deshalb sollen alle Schülerinnen und Schüler mit Schulbeginn am Montag, den 19.10.2020 eine Erklärung ihrer Sorgeberechtigten in der Schule abgeben, die Auskunft darüber erteilt, ob sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben und – wenn ja – ob sie die vorgesehen fünftägige Quarantäne eingehalten haben und ein negatives Testergebnis auf COVID-19 vorliegt. Hierzu verwenden Sie bitte das Dokument, welches Sie bereits von den Klassenleitungen erhalten haben.

 

 

Die wichtigsten Informationen zur Masern-Impfpflicht

Das Gesetz zum Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention verlangt eine Impfpflicht gegen die Virusinfektion. Personen in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen müssen ab März 2020 einen ausreichenden Impfschutz nachweisen.

Masern Impfpflicht

Fragen und Antworten zum Masernschutzgesetz

Ab 01. März 2020 tritt das Gesetz zum Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention in Kraft. Das sorgt vielerorts für Verwirrung. Wer muss sich impfen lassen, wo bekomme ich die Masernimpfung? Welcher Impfstoff wird empfohlen, wer bezahlt die Impfung? Wie ist mein Impfstatus, bin ich wirklich ausreichend geschützt? Das sind nur einige der häufig gestellten Fragen zum neuen Masernschutzgesetz. Die Antworten darauf und weitere Informationen hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in einer Praxisbroschüre für Ärzte zusammengefasst.

Impfnachweis zum Schutz vor Masern

Ab dem 01. März 2020 müssen Personen in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen einen vollständigen Masernschutz nachweisen – sofern sie nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind. Ziele sind die Schließung von Impflücken und die Erhöhung der Impfquote sowie mittelfristig die Elimination der Masern in Deutschland.

Gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sind folgende Personen verpflichtet, einen vollständigen Masernimpfschutz oder die Immunität gegen Masern nachzuweisen:

  • Kinder in Kindertagesstätten (Kita) und Schulen
  • Mitarbeitende in Kitas, Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen
  • Tagesmütter
  • Bewohner und Mitarbeitende in Asylbewerber- und Flüchtlingsunterkünften
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen, ambulanten Pflegediensten oder Krankenhäusern

Masernschutznachweis bei Praxispersonal

Ab dem 01. März dürfen Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen nur eingestellt werden, wenn die Nachweispflicht zum Schutz vor Masern erfüllt ist; beispielsweise durch Vorlage des Impfausweises oder in Form eines ärztlichen Attests. Mitarbeiter, die bereits vor dem Stichtag beschäftigt sind, müssen ebenfalls einen Schutz vor der Virusinfektion nachweisen. Gemäß Masernschutzgesetz haben sie jedoch bis zum 31. Juli 2021 Zeit, danach endet die Übergangsfrist. Die Einhaltung der Impfpflicht obliegt laut Gesetz grundsätzlich der Leitung der Einrichtung.

Die genannten Regelungen gelten für alle im Praxisbereich tätigen Personen, unabhängig davon, ob ein direkter Patientenkontakt besteht oder nicht. Darf aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht geimpft werden, muss dies vom Arzt schriftlich bestätigt werden. Damit ist die Person von der Impfpflicht befreit.

Impftiter-Bestimmung ist keine Kassenleistung

Bei Unsicherheiten über den Impfschutz kann der Impftiter für Masern labordiagnostisch ermittelt werden. Die Titer-Bestimmung ist jedoch privat zu finanzieren, da sie nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zählt. Die STIKO empfiehlt bei Unklarheiten die Masernimpfung. Diese wird von den Krankenkassen übernommen.

Impfungen und Impfdokumentation fachübergreifend möglich

Gemäß Masernschutzgesetz dürfen ab März 2020 alle Ärzte, unabhängig von ihrer Fachrichtung, von der STIKO empfohlene Schutzimpfungen durchführen. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Pädiater neben Kindern und Jugendlichen auch deren Eltern impfen darf oder der Gynäkologe den Partner der Patientin.

Darüber hinaus darf jeder Arzt – also nicht nur derjenige, der die Impfung gegeben hat – Schutzimpfungen in einen Impfausweis oder einer Impfbescheinigung nachtragen. Dafür muss der Patient die Impfung jedoch verlässlich nachweisen können. Ferner muss die Person – wie bisher auch – verpflichtend über notwendige Folge- und Auffrischimpfungen, inklusive Terminvorschlägen, informiert werden.

Abrechnung der Impfdokumentation

Die Bescheinigung der Immunisierung in unmittelbarem Zusammenhang mit der Impfung ist Bestandteil der Impfleistung. Deshalb kann diese nicht gesondert berechnet werden. In allen anderen Fällen ist die Dokumentation des Impfstatus keine Kassenleistung, kann aber privat nach GOÄ berechnet werden. Das gilt ebenso für die Ausstellung eines ärztlichen Attests über die serologische Ermittlung von Masern-Antikörpern sowie für eine ärztliche Beglaubigung über bestehende Kontraindikationen gegen eine Impfung.

MMR-Impfstoff empfohlen

Zur Impfung wird ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln empfohlen.

In Deutschland ist derzeit kein zugelassener monovalenter Masernimpfstoff erhältlich. Ferner entfällt die Möglichkeit eines Parallelimports von Frankreich nach Deutschland, da das Pharmaunternehmen die Produktion des entsprechenden Impfstoffs eingestellt hat.

In der Schweiz gibt es zwar einen zugelassenen Monoimpfstoff gegen Masern, dieser hat in Deutschland aber keine Zulassung. Zudem gehört die Schweiz nicht zur Europäischen Union, sodass eine Einfuhr über Parallelhandel keine Option darstellt. Allerdings ist ein Import auf Basis einer Einzelverschreibung (§ 73 Abs. 3 AMG) denkbar. Cave: Hierbei liegt die Verantwortung und Haftung jedoch nicht mehr beim Hersteller, sondern geht auf den Arzt über.

Aktuelle STIKO-Empfehlungen

Die STIKO empfiehlt allen Erwachsenen, die nach 1970 geborenen sind, eine einmalige Impfung gegen Masern in folgenden Fällen:

  • wenn sie bisher nicht gegen Masern geimpft sind
  • wenn sie in der Kindheit nur einmal gegen Masern geimpft wurden
  • wenn der Impfstatus gegen Masern unklar ist

Impfempfehlungen bei beruflicher Indikation

Bei einer beruflichen Indikation empfiehlt die STIKO seit Januar 2020 eine zweimalige Impfung (Epidemiologisches Bulletin 2/20). Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet am 5. März 2020, ob dieser Vorschlag in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen wird. Diese legt fest, welche Impfungen Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Bei einer Positivbewertung durch das Bundesministerium für Gesundheit (Frist: vier Wochen) tritt der Beschluss am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Impfempfehlungen bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kleinkindern empfiehlt die STIKO, die Masern-Grundimmunisierung (1. und 2. Impfung) bereits im zweiten Lebensjahr abzuschließen. Gemäß der gültigen Empfehlung soll die erste Masernimpfung im Alter von elf bis 14 Monaten – bei frühzeitigem Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung ab neun Monaten – und die zweite Impfung zwischen 15 und 23 Monaten verabreicht werden. Danach ist ein vollständiger Impfschutz gewährleistet. Fehlende Impfungen sind bei Kindern und Jugendlichen so schnell wie möglich bis zu einem Alter von 18 Jahren nachzuholen.

Impfungen bei Frauen mit Kinderwunsch

Während der Schwangerschaft erhöht eine Maserninfektion das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt. Deshalb sollten Frauen vor Eintritt einer Schwangerschaft über einen ausreichenden Masernimpfschutz verfügen. Frauen, die gegen Masern immun sind, schützen automatisch auch ihr Kind in den ersten Lebensmonaten, in denen es noch nicht geimpft werden kann (sogenannter Nestschutz). Bestenfalls sollte eine noch fehlende Impfung mindestens drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft gegeben werden. Das gilt auch für Frauen, die bereits einmal gegen Masern geimpft wurden. Nach Schwangerschaftsbeginn ist eine Masern-Impfung nicht mehr möglich, da es sich bei dem Impfstoff um eine Lebendvakzine handelt.

Meldepflicht

Masern gehören zu den meldepflichtigen Krankheiten. Dem für den Aufenthalt des Patienten zuständigen Gesundheitsamt müssen bereits der Krankheitsverdacht sowie die Masern-Erkrankung und masernbedingte Todesfälle mitgeteilt werden. Die Meldung ist innerhalb von 24 Stunden zu tätigen. Die dafür erforderlichen Meldeformulare sollten in der Praxis vorrätig sein. Ärzte erhalten sie bei dem für ihre Praxis zuständigen Gesundheitsamt.

Infos: www.gelbe-liste.de

News der Schulbehörde vom 29.09.2020

Die meisten Schüler und Schulbeschäftigten infizieren sich außerhalb der Schulen

Richtiges Lüftungsverhalten macht die Schulen noch sicherer

Schulsenator Rabe hat vor Beginn der Herbstferien über die Lage an Hamburgs Schulen und die Planungen für den Herbst informiert: „Seit dem 4. August wurden aus 149 Schulen 355 mit Covid-19 infizierte Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte gemeldet. In den meisten Fällen verlief die Krankheit altersbedingt sehr milde, oft symptomfrei. Größere gesundheitliche Probleme der Betroffenen sind nicht bekannt. In drei Schulen gibt es Hinweise auf Infektionen innerhalb der Schule, vermutlich haben sich jedoch bis zu 90 Prozent aller Betroffenen außerhalb der Schule infiziert. Um den Schulbetrieb nach den Herbstferien weiterzuführen, werden wir nach Anhörung zahlreicher Experten die Regeln für die Durchlüftung der Klassenräume präzisieren.“

 

Derzeit sind 122 der 256.000 Schülerinnen und Schüler sowie 24 von rund 24.000 Schulbeschäftigten an Covid-19 erkrankt. Die zurzeit Betroffenen besuchen 64 verschiedene Schulen. Vorsorglich befinden sich 58 der rund 9.500 Schulklassen sowie 162  Schulbeschäftigte in Quarantäne. Im Laufe der vergangenen acht Wochen waren insgesamt 106 Klassen oder Teilklassen auf Anordnung der jeweils regional zuständigen Gesundheitsämter zeitweise in vorbeugende Quarantäne geschickt worden. Anders als in anderen Bundesländern wurde von den Hamburger Gesundheitsämtern bislang keine Schule vorübergehend geschlossen.

 

Schulsenator Ties Rabe: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass sich die Betroffenen von 146 der 149 Schulen außerhalb der Schule infiziert haben. Das ist unter anderem daran zu erkennen, dass an vielen Schulen in der Regel nur ein oder zwei Infizierte entdeckt wurden. Eine Ausnahme bilden bislang die beiden Winterhuder Stadtteilschulen Heinrich-Hertz-Schule und Stadtteilschule Winterhude, möglicherweise aber auch die Julius-Leber-Schule (Stadtteilschule in Schnelsen). Dort haben sich vermutlich Schüler und Schulbeschäftigte sowohl außerhalb als auch innerhalb der Schule selbst infiziert. Die Infektionswege werden zurzeit noch erforscht.“

 

Rabe weiter: „Die Zahlen zeigen, dass die Schulen nach wie vor ein sicherer Ort sind, an dem es nur äußerst selten zu einer Übertragung der Krankheit kommt. Wichtig ist, dass sich auch weiterhin alle an die Hygienemaßnahmen in Schulen halten, auch wenn das manchmal unbequem sein mag. Insgesamt ist der Anstieg der Infektionen in allen deutschen Großstädten wie auch in Hamburg besorgniserregend. Gerade Jugendliche und junge Menschen sind in ihrer Freizeit viel zu sorglos und vergessen außerhalb des Schulgeländes und außerhalb der pädagogischen Kontrolle zu oft die Regeln. Dies spiegelt sich auch in den Infektionszahlen von älteren Schülerinnen und Schülern wider, die punktuell offenbar die gültigen Regeln vor allem in ihrem Freizeitverhalten nicht ernst nehmen. Ich appelliere deshalb an die jungen Menschen, mit Rücksicht auf die große Gefahr der Krankheit für ältere Menschen sich auch außerhalb der Schulen verantwortungsvoll und rücksichtsvoll zu verhalten. Das Beste, was Kinder und Jugendliche für ihre Großeltern tun können, ist sich überall an die Regeln zu halten.“

 

Präzisere Regeln für das Lüften der Unterrichtsräume

 

Damit die Schulen ein sicherer Ort bleiben, wird die Schulbehörde die Lüftungsregeln präzisieren. Dazu fanden in den letzten Wochen Gespräche mit zahlreichen Experten statt. Unter anderem hat die Kultusministerkonferenz vor wenigen Tagen eine Fachkonferenz zum Thema „Lüften in Schulräumen“ organisiert und dazu Vertreter verschiedener medizinischer Fachdisziplinen eingeladen. Mit dabei waren unter

anderem der Direktor des Bundesumweltamtes Dr. Heinz-Jörn Moriske, der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit Prof. Dr. Martin Exner und Prof. Dr. Bodo Plachter vom Institut für Virologie der Universität Mainz.

 

Die Experten machten deutlich, dass der Austausch der Luft in Schulräumen das indirekte Infektionsrisiko durch sogenannte Aerosole maßgeblich reduziert. Deshalb sollten alle Unterrichtsräume in regelmäßigen Abständen kräftig gelüftet werden. Dazu müssen Fenster für wenige Minuten so weit wie möglich geöffnet werden, und es ist durch das Öffnen von gegenüberliegenden Fenstern oder Türen ein Durchzug herzustellen. Darüber hinaus war die große Mehrheit der Experten der Ansicht, dass der Einsatz von Filtergeräten oder CO2-Ampeln grundsätzlich dort nicht nötig sei, wo Räume regelmäßig und häufig gut gelüftet werden können. Skeptisch bewerteten sie den Einsatz von Filtergeräten, deren Wirkung gerade im Zusammenhang mit den Corona-Viren nicht hinreichend erwiesen sei.

 

Schulsenator Ties Rabe: „Auf der Grundlage der Expertenvorschläge werden wir die Lüftungsregeln an den Hamburger Schulen präzisieren. Nach den Herbstferien gilt für die Schulen, dass vor und nach dem Unterricht sowie alle 20 Minuten in jedem Unterrichtsraum für knapp fünf Minuten so viele Fenster wie möglich geöffnet und auf Durchzug gestellt werden sollen. Die Dauerlüftung über dauerhaft angekippte oder geöffnete Fenster bringt wenig außer Kälte und ist deshalb zu beenden. Wirkungsvoller Durchzug entsteht unter anderem durch den Temperaturunterschied von warmer Innen- und kalter Außenluft. Entscheidend ist daher eine kurze Stoß- und Querlüftung. Denn mit einem kräftigen Durchzug für fünf Minuten wird deutlich mehr Luft im Unterrichtsraum ausgetauscht – und es wird nicht so kalt. Die Experten sagen, dass sich die Raumtemperatur beim richtigen Lüften im Durchschnitt nicht mehr als zwei bis drei Grad Celsius abkühlt.“ Eine Untersuchung von Schulbau Hamburg hat gezeigt, dass in 99,5 Prozent aller Unterrichtsräume eine solche Lüftung möglich ist.

 

95 Schulen beteiligen sich mit über 500 Lerngruppen in den Herbstferien an den Hamburger Lernferien

In den Herbstferien werden 95 Hamburger Schulen erneut Lernferien anbieten und so den Erfolg der in diesem Sommer erstmals durchgeführten „Lernferien“ fortsetzen, um eventuelle Lernrückstände aus der Zeit der Schulschließungen aufzuholen.

 

Schulsenator Ties Rabe: „Ich freue mich sehr, dass auch in den Herbstferien wieder ein breites Lernangebot im Rahmen der Hamburger Lernferien umgesetzt wird. Das Engagement der Hamburger Schulen in der Ferienzeit ist keine Selbstverständlichkeit. Die Erfahrungen im Sommer haben gezeigt, dass das Angebot der Lernferien besonders in dieser herausfordernden Zeit eine gute Unterstützung für Schülerinnen und Schüler bietet. Auch in den Herbstferien wird die Teilnahme an den Kursen für alle Schülerinnen und Schüler kostenlos und freiwillig sein. Alle Jugendlichen und Kinder, deren Eltern diesen Unterricht wünschen, können daran teilnehmen.“

 

Die Schulbehörde hatte den Schulen vor den Sommerferien zusätzliche finanzielle und organisatorische Unterstützung zugesagt, um in den Sommer- oder Herbstferien 14-tägige Lernkurse für kleinere Schülergruppen zu organisieren. Bereits im Sommer haben 241 von 323 möglichen Hamburger Schulen das Angebot angenommen und Lernferien organisiert. In den sozial benachteiligten Stadtteilen haben sogar fast alle Schulen die Lernferien angeboten (89%). Insgesamt haben in den Sommerferien 6.902 Schülerinnen und Schüler das Angebot angenommen.

 

In den Herbstferien werden die Lernferien an 95 Schulen mit insgesamt 516 organisierten Lerngruppen angeboten. In 54 dieser Schulen wurden im Sommer noch keine Lernferien angeboten, 41 Schulen wiederholen ihr Angebot. Es werden sowohl an Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Regionalen Bildungs- und Beratungszentren Lernferien stattfinden, die meisten Lerngruppen wird es an den Stadtteilschulen geben. 34 der 95 Schulen planen ihr Angebot sogar in beiden Ferienwochen. Außerdem findet an mehr als der Hälfte der Schulen eine zusätzliche Ferienbetreuung statt. Die für die Ferienbetreuung verantwortlichen Träger wurden frühzeitig informiert, so dass eine gute Abstimmung zwischen den beiden Angeboten stattfinden kann.

 

In besonderer Weise gilt das Angebot für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwächen und Sprachförderbedarf von der Vorschulklasse bis zur Klassenstufe 9. Außerdem richten sich die Lernferien an Kinder, die während des Fernunterrichts der Corona-Zeit kaum Zugänge zum digitalen Lernen oder wenig Unterstützung durch erwachsene Bezugspersonen hatten. Die Teilnahme an den Kursen ist kostenlos und freiwillig. Zudem haben die Schulen einigen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Ferienunterricht besonders empfohlen. Hier müssen die Eltern für sich prüfen, ob sie dieses Angebot annehmen.

 

Die Gruppengröße der einzelnen Kurse liegt bei rund zehn Schülerinnen und Schülern, die täglich drei Schulstunden gemeinsam lernen. Für Schülerinnen und Schüler aus internationalen Vorbereitungsklassen und Basisklassen sind sowohl die Einrichtung eigener Gruppen als auch die Integration in andere Lernferiengruppen möglich. Die Kurse können von Honorarkräften, Lehrkräften und Pädagogisch-Therapeutischem Fachpersonal geleitet werden. Im Sommer hat die Volkshochschule einen Pool an möglichen Kursleitungen aufgebaut, auf den die Schulen nun gegebenenfalls zugreifen können.

 

Die Angebote der Hamburger Lernferien berücksichtigen den Hamburger Bildungsplan und bieten Materialen und Informationen, die das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) erarbeitet hat. Dabei wird die Förderung der sprachlichen und mathematischen Kompetenzen in einem motivierenden und abwechslungsreichen Lernsetting geboten. Aber auch der kreativ-kulturelle Teil kommt nicht zu kurz und wird durch Tipps und Angebote ergänzt.

 

 

Rückfragen der Medien 

Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Peter Albrecht, Pressesprecher
Telefon: 040 42863 2003
E-Mail: pressestelle@bsb.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bsb

Twitter: @hh_bsb

Tarifentwicklungen im HVV: Deutliche Preissenkung für Schülerinnen und Schüler– ÖPNV-Angebot wird weiter ausgebaut

Kindertageskarte künftig ganztägig gültig

  • Dauerhaft 7 statt 3 Prozent Online-Rabatt ab 2021/ Alle Einzelkarten bei Wechsel in Online-Verkauf günstiger
  • Preissteigerung auf Inflationsausgleich begrenzt

 

Auf dem Weg zum Hamburg-Takt und im Zuge der Mobilitätswende baut der HVV den ÖPNV auch in den kommenden Jahren mit längeren Zügen, neuen Schnellbahnlinien und Haltestellen weiter konsequent aus – und macht seine Fahrpreise insbesondere für Kinder und Jugendliche deutlich attraktiver: So wird es in Hamburg ab dem Schuljahr 2021 eine vergünstigte Bonus-Karte für Schülerinnen und Schüler für 30,- Euro/Monat geben, die die Stadt mit 10 Millionen Euro jährlich bezuschusst und mit der eine Angleichung an das BonusTicket für Azubis vorgenommen wird. Zusätzlich wird die Kindertageskarte ab 2021 ganztägig gültig sein. Die Online-Vertriebswege werden weiter gestärkt: Der zunächst bis Jahresende von 3 auf 7 Prozent angehobene Online-Rabatt für Einzel- und Tageskarten steht Kundinnen und Kunden ab 2021 dauerhaft zur Verfügung. Damit werden alle Einzelkarten beim Wechsel vom Bar- zum Onlineverkauf günstiger – einige sogar so günstig wie zuletzt 2015. Die Tarifanpassung der anderen Karten liegt bei durchschnittlich 1,4 Prozent, der Inflationsrate des Jahres 2019 – und damit deutlich unter den tatsächlichen Kostensteigerungen der Verkehrsunternehmen. Diese werden zu einem Großteil von den öffentlichen Haushalten getragen und ausgeglichen.

 

Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Der ÖPNV ist ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein für die Mobilitätswende in Hamburg. Deshalb werden wir das Leistungsangebot weiter verbessern und ausweiten sowie die Außenbezirke der Stadt gut anbinden. Ziel ist es, dass mittelfristig alle Hamburgerinnen und Hamburger binnen fünf Minuten Zugang zu einem öffentlichen Verkehrsangebot haben – egal ob Bus, Bahn, Carsharing oder StadtRAD. Damit der HVV für alle Menschen attraktiv bleibt, ist es wichtig, dass die Preise angemessen bleiben. Das gilt insbesondere für Familien: Der HVV macht mit einer deutlich vergünstigten Schülerkarte ein attraktives Angebot. Deshalb übernimmt die Stadt auch in diesem Jahr den Großteil der Kostensteigerungen und bezuschusst neben den Tickets für Azubis künftig auch ein vergünstigtes Ticket für die Schülerinnen und Schüler mit Wohnort Hamburg ab dem kommenden Schuljahr.“

 

Schulsenator Ties Rabe: „Ich begrüße sehr, dass es eine vergünstigte Bonus-Karte für Schülerinnen und Schüler, eine Ausweitung der Gültigkeit auf den Großbereich und darüber hinaus eine Ganztageskarte für Kinder geben wird. Das entlastet Hamburgs Familien und ermöglicht Schülerinnen und Schülern mehr Mobilität in der Stadt.“

 

HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner: „Die Tarifanpassung wird erneut nur auf den Inflationsausgleich begrenzt, viele Fahrkarten werden günstiger. Gleichzeitig bauen wir das Angebot noch in diesem Jahr weiter massiv aus. Die klare Botschaft: Der HVV bietet eine hohe Qualität zu angemessenen Preisen.“

 

 

Bonuskarte für Schülerinnen und Schüler/Kindertageskarte vergünstigt

 

Um Familien deutlich zu entlasten, wird es zu Beginn des Schuljahres am 01. August 2021 für in Hamburg wohnhafte Schülerinnen und Schüler eine Bonuskarte zum einheitlichen Preis von 30,- Euro geben. Damit findet eine Angleichung zum BonusTicket für Azubis statt. Die Karte ist im Bereich Hamburg AB gültig. Die Stadt Hamburg bezuschusst das neue vergünstigte Schüler-Bonus-Ticket mit jährlich 10 Millionen Euro. Erweitert wird das Angebot um die Ganztageskarte Kind Hamburg AB. Statt ab 9 Uhr können Kinder künftig mit dem neuen Angebot ganztägig den HVV nutzen, der Preis bleibt unverändert und entspricht der vormaligen 9-Uhr-Kindertageskarte.

 

Dauerhafte Online-Rabatte

 

Ab 2021 wird es dauerhaft den von 3 auf 7 Prozent angehobenen Online-Rabatt geben. Dieser wird aktuell aus der temporären Mehrwertsteuersenkung finanziert und war bis dato zunächst bis Jahresende vorgesehen. Er wirkt sich preissenkend auf Einzel- und Tageskarten aus, die von den Kundinnen und Kunden per App oder im Online-Shop gekauft werden. Im Ergebnis werden damit diese Karten spürbar günstiger als die Einzel- und Tageskarten, die 2020 im Barverkauf erworben werden konnten. Eine Einzelkarte Hamburg AB kostet dann beispielsweise nur noch 3,16 Euro und ist damit so günstig wie zuletzt im Jahr 2015.

 

Weitere Verbesserung des Leistungsangebots im HVV

 

Die Verkehrsunternehmen im HVV haben insbesondere in den vergangenen Monaten viel geleistet: Trotz coronabedingten Fahrgastrückgängen von bis zu 70 Prozent wurde das Fahrplanangebot nahezu vollständig aufrechterhalten und teils sogar verstärkt. So konnten seit Beginn der Pandemie mindestens 85 Prozent der Verkehrsleistungen aufrechterhalten werden (lediglich Schulverkehrsleistungen wurden während des Zeitraums der Schulschließungen nicht erbracht). Auf diese Weise sollte gewährleistet werden, dass alle Fahrgäste die geltenden Abstandsregelungen einhalten und weiterhin den ÖPNV als sicheres Transportmittel nutzen konnten. Bereits seit Mitte Mai gilt wieder der Regelbetrieb.

 

Gleichzeitig sind umfangreiche zusätzliche Hygiene- und Schutzkonzepte umgesetzt worden, etwa die Ausrüstung der Busse mit Trennscheiben und mobile Hygieneteams, die täglich in den Fahrzeugen und an den Haltestellen unterwegs sind. Bei Bussen, den ET490-Zügen der S-Bahn sowie den U-Bahn-Modellen DT5 öffnen alle Türen automatisch, im August sind auch alle U-Bahn-Modelle des Typs DT4 mit der Software umgerüstet worden. Die Kontrollen der Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und im fahrkartenpflichtigen Bereich wurden verstärkt.

 

Trotz der noch unter dem Vorjahresniveau liegenden Fahrgastzahlen und entsprechend auch niedrigeren Fahrgeldeinnahmen bleibt die oberste Prämisse, die Attraktivität des ÖPNV weiter deutlich zu steigern, der Ausbau des HVV-Angebots wird weiter konsequent fortgesetzt. Jüngstes Beispiel: Seit August ist mit der X22 eine weitere XpressBus-Linie als schnelle Tangentialverbindung zwischen Jenfeld und Lokstedt unterwegs – die insgesamt achte im HVV-Angebot.

 

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 wird erneut ein umfangreiches Paket zusätzlicher Leistungen auf die Schiene und die Straße gebracht. Dazu gehören beispielsweise längere Züge und zusätzliche Fahrten bei U- und S-Bahn, neue zuschlagfreie Buslinien auf bisherigen SchnellBus-Strecken, zahlreiche Verbesserungen im Regionalverkehr und nicht zuletzt im Busverkehr im Hamburger Umland.

 

Auf dem Weg zum Hamburg-Takt werden in den kommenden Jahren neue Schnellbahnlinien gebaut, längere Züge eingerichtet, Takte weiter verdichtet und über 600 neue Haltestellen eingerichtet. Außerdem werden alle Busse in Hamburg sukzessive auf elektrischen Antrieb umgestellt und damit leiser sowie emissionsfrei. Insgesamt sind für die kommenden 20 Jahre 35 neue Bahnhöfe in Hamburg geplant, die viele weitere Stadtteile ans Schienennetz anschließen.

 

Rückfragen der Medien

Hamburger

Verkehrsverbund GmbH

Pressestelle: Rainer Vohl

Telefon: 040 32 57 75-122

presse@hvv.de

 

Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Pressestelle
Dennis Krämer
Telefon: 040 42841 1685
E-Mail: pressestelle@bvm.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bvm